PONYZEIT Kapitel 6: Die Sinne der Ponys - Ihre Nase
Ponys haben ein unglaublich feines und leistungsfähiges Näschen. Sie besitzen einen der am besten entwickelten Geruchssinne im Tierreich. Mit über 1.000 Riechgenen übertreffen sie sogar Hunde - und das heißt was !
Der Geruchssinn ist für Ponys überlebenswichtig, da er ihnen hilft, die Umgebung zu scannen und Gefahren frühzeitig zu erkennen. Immer und immer wieder geht es bei den Ponys um eines - ums Überleben, als Beute- und Fluchttier.
Ihr so feines Näschen kann so vieles :
- Ponys am Geruch unterscheiden
- Futter auf Frische oder Verderb prüfen
- vertraute Orte und geliebte Menschen anhand von Gerüchen erkennen
- und zugleich nehmen sie sofort wahr, wenn ihnen Orte und Menschen kein gutes und sicheres Gefühl vermitteln
- sie riechen, ob ihr gegenüber gesund oder krank ist
- und selbstverständlich ihrer Natur nach Raubtiere, Gefahren, Nahrung und Wasser aus weiter Entfernung wahrnehmen
Ponys riechen außerdem Angst und Nervosität bei uns Menschen und werden dadurch sehr unsicher. Sie werden nervös und möchten den Kontakt zu uns in diesem Moment am liebsten abbrechen und gehen. Dies ist im Zusammensein so wichtig zu wissen, wenn wir sie gut verstehen und möchten. Sie sind Beutetiere und ihr Instinkt sagt ihnen bei diesen Gerüchen : Bringe dich schnell in Sicherheit !
Eine weitere Besonderheit der Ponynase ist das sogenannte Flehmen ! Vielleicht hast du schon einmal gesehen, wie ein Pony den Kopf hebt, die Oberlippe hochzieht und die Zähne zeigt. Dieses Verhalten nennt man Flehmen. Dabei gelangen Duftstoffe in das Jacobson-Organ, ein spezielles Sinnesorgan im Maul-Nasen-Bereich. Es dient besonders dazu, chemische Botenstoffe (Pheromone) auszuwerten. Was sehr lustig aussieht, ist aber eine hochkonzentrierte “Geruchsanalyse”.
Und damit nicht genug zum Super-Näschen der Ponys !
Da die Nüstern seitlich liegen, kann ein Pony Gerüche aus verschiedenen Richtungen wahrnehmen – sie riechen also doppelt. Dazu kann das Pony seine Nase in mehrere Richtungen drehen und so ganz genau feststellen, woher ein Geruch kommt. Sie können Gerüche aus einer Entfernung von bis zu 2 km wahrnehmen ! Und: Die Nüstern sind beweglich – so können Ponys bei einem interessanten Geruch die Nüstern weiter aufblähen, um noch mehr Duft-Informationen zu sammeln.
Ponys atmen beim Schnuppern oft mehrmals kurz hintereinander ein. Dadurch “analysieren” sie einen Geruch genauer – ähnlich wie wir Menschen etwas aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Sie kombinieren diese Informationen anschließend mit dem, was sie sehen und hören, um zu entscheiden, ob eine Situation sicher ist, oder nicht.
Gerade weil der Geruchssinn der Ponys so wichtig ist, empfiehlt es sich im täglichen Umgang, ihnen neue Menschen/Gegenstände/Orte zunächst beschnuppern zu lassen. Das hilft vielen Ponys, Vertrauen zu fassen und sich sicher zu fühlen.
Liebe Hummelhoffreunde ! Wir können es nur immer wieder wiederholen : Wir haben so unglaublich feine Wesen an unserer Seite und es ist enorm wichtig, sich mit ihrer Natur und ihren Bedürfnissen auseinanderzusetzen, um diese wundervollen Freunde gut begleiten zu können.

