Was ist kindgerecht?

Man spricht in Bezug auf Tiere von artgerecht, aber was ist mit unseren Kindern? 
Was ist kindgerecht?

Kinder sind ab der Geburt im Prozeß des Er-Wachsens, sie erwachsen Schritt für Schritt in ihre körperliche und geistige Reife. Ihre angeborenen Bedürfnisse nach Bewegung, Beschäftigung, Sozialkontakten, alles was sie für ihr Wachstum brauchen - ihrem Entwicklungsstand angemessen -, müssen erfüllt werden, denn jedes Kind ist anders.

Es liegt in unserer Verantwortung, unsere Kinder diese große weite Welt Stück für Stück entdecken zu lassen - kindgerecht. Wir als Eltern sind dafür verantwortlich, wie sie in die Welt gehen. Gerade in den ersten Lebensjahren ist es naturgemäß von großer Bedeutung, was wir ihnen mit auf den Weg geben und, daß wir sie darin unterstützen Geist, Körper und Seele zu nähren.

Das Digitale ist ein Werkzeug, das seinen Platz finden darf, wo immer es uns dienlich ist und uns verbinden kann - doch gilt es die Balance zwischen „Analog“ und „Digital“ zu finden, das „Alte“ mit dem „Neuen“ zu verbinden. Eine Gratwanderung - ohne Zweifel! Feintuning und Fingerspitzengefühl sind gefragt und das Wichtigste, um diesen Spagat zu schaffen: sich dafür Zeit nehmen. „Kinder-haben“ ist kein Sprint. „Kinder-haben“ ist eher ein Langstreckenlauf. Ich als Mutter bin der Meinung: einer der schönsten und wertvollsten.

Wir alle wissen, daß übermäßige Bildschirmzeit dem kindlichen Wohlergehen und der kindlichen Entwicklung schaden kann. Daß sie Kinder überfordern und krank machen kann. Ob Scrollen und Swipen in der Freizeit, Laptops und Tablets im Unterricht oder generell im Alltag - es macht keinen Unterschied wo das Digitale zum Einsatz kommt - es ist immer das Zuviel, daß den Unterschied macht.

Das Thema „Bildschirmzeit“ wird seit Jahren wissenschaftlich erforscht und in unzähligen Studien dokumentiert. Die negativen Auswirkungen werden immer deutlicher:

  • Abnahme der Konzentrationsfähigkeit und somit Verkürzung der Aufmerksamkeitsspanne

  • Verringerung der sozialen Kompetenzen

  • Beeinflussung der physischen Gesundheit wie Motorik - vor allem die Feinmotorik -, Förderung z.B. der Kurzsichtigkeit, Kopfschmerzen

  • Beeinflussung der psychische Gesundheit in Form von Angstzuständen, Schlafstörungen, Depressionen und und und

  • Störung der kognitiven Entwicklung

  • Minderung der Impulskontrolle (gerade bei jüngeren Kindern, Auslöser ist die Reizüberflutung)

  • defizitäre Hirnentwicklung

  • Mangel an Bewegung

um nur einige zu nennen.

Übermäßige Bildschirmzeit führt unter anderem zu Beeinträchtigung der Entwicklung von Gehirn, Sprache und Motorik. Kinder brauchen echte Erfahrungen mittels des Zusammenspiels aller Sinne! Sie müssen die Welt um sie herum erfahren und erleben können und dürfen, um sich in ihr zurecht zu finden. Dies ist essentieller Bestandteil, um das Wesentliche - das künftige Handwerkzeug - wie Denkvermögen, Sprache, Motorik und soziales Interagieren zu erlernen.

Digitaler Konsum geht nahezu ausschließlich mit visuellen und auditiven Reizen einher - vor allem auf Social-Media.

Passiert in den ersten 3 Sekunden nichts Spannendes, wird weitergeklickt. Übermäßiges Scrollen und Swipen, die ständige Suche nach dem kurzweiligen nächsten Dopamin-Kick: Das Gehirn ist im Zustand der konstanten Erregung - das Suchtpotential groß. Hyperaktivität kann die Folge sein. Die Fähigkeit sich zu konzentrieren nimmt ab. Die Folge ist Stress, psychisch wie physisch.

In diesem Kontext am Rande erwähnt: In einigen Ländern Skandinaviens findet in Klassenzimmern derzeit eine Umkehr statt. Als Vorreiter der Digitalisierung hat man nun festgestellt, daß mittels digitaler Werkzeuge u.a. die Lesekompetenz, Konzentration und Lernfähigkeit sinken. Man setzt nun wieder auf gedruckte Bücher statt Laptops und der Wert der Handschrift rückt wieder in den Fokus - analoges Lernen bekommt wieder seinen Raum, neben dem digitalen.

Und deshalb unser Beitrag für ein Gleichgewicht zwischen „Analog“ und „Digital“, eine Einladung an euch: ein analoges Brief-Abo für Kinder, die Ponypost vom Hummelhof. Weil unsere Beobachtungen und Gedanken in Summe ergeben, daß im Moment ein bisschen mehr an „Analog“ und Entschleunigung uns allen gut tun würde.

Links und Quellen:

https://www.adiuvantis.de/blog/paedagogische-konzepte/skandinavien-paedagogische-konzpte/

https://www.oecd.org/de/publications/besser-leben-kindliches-wohlergehen-in-einer-digitalen-welt-auszugsweise-ubersetzung_7aaf58dc-de/full-report/component-3.html

https://muenchner-suchtpraevention.de/meldung/medienstudie-eltern-2025.html

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